Leg 2: Überfahrt in die Karibik
Transatlantiküberquerung vom 21.11. bis 05.12.2019
Bericht von Michel
Auch dieses Mal war der Start mit einigen Wellen und Wind versehen, es war aber bedeutend angenehmer als noch in Las Palmas. Auch nach ca 24 Stunden war das Feld so weit auseinandergezogen, dass wir die Boote nicht mehr auf dem AIS hatten. Wie gestaltet sich denn nun ein Tag auf hoher See? Wichtig ist die Wacheinteilung. Wir teilten uns in 3-Stunden Einheiten ein während der Nacht und tagsüber war es eine eher lose Einteilung – einfach so, wie es gerade ging. Das jeweilige Highlight alle zwei Tage war das frische Brot aus dem Omnia Ofen – wirklich lecker! Wenn es etwas ruhiger war, hatten wir Konzert auf dem Schiff mit Flöte durch Melina und Harfe durch Kayla. Auch die Schule kam nicht zu kurz. Jedoch waren die Wellen manchmal etwas zu viel und es war dann unangenehm zum Schreiben. Der Passat war bis auf einen Tag immer präsent und lieferte uns schönen Wind zwischen 20 – 30 kn Wind, jeweils östlich oder Ostnordost. Die Wellen waren meist nördlich und so musste dann jeweils ein Kompromiss gefunden werden zwischen Zielkurs und Komfortkurs. In Las Palmas wurde uns viel über die Squalls erzählt. Ca. eine Woche nach dem Start hatten wir den ersten Squall – nur mit etwas Regen, ohne Starkwind. Ein Tag später folgte dann ein Squall mit viel mehr Wind und auch schön viel Regen. Martin freute sich auf die willkommene Dusche und genoss das Bad im Regen. Die Squalls waren tagsüber gut sichtbar. In der Nacht half uns das Radargerät enorm, die Squalls zu identifizieren. Jedoch war nicht jeder Squall für uns ein Problem. Jedoch darf man sie nicht unterschätzen, denn der Wind und die generierten Wellen können schon stark bzw. hoch sein.
Die ganze Reise hindurch erlebten wir das Wetter wie es jeweils einige Tage im Voraus von den Wetterdiensten prognostiziert wurde. Somit hatten wir 20-30 kn Wind und ca 2.5 – 3.5 Meter Welle. Die Überfahrt war also angenehm und wir näherten uns jeden Tag mit ca 150 sm näher St. Vincent.
Am 2.12. ca 0300 Uhr jedoch passierte Michel bei einem Manöver ein Fehler und er brach seinen Arm. Dies war weder für ihn, noch die Crew angenehm. Dank der medizinischen Ausbildung von Esther und der ruhigen Art von Martin konnte Michel’s Bruch gesichert und reisebereit gemacht werde. Es war eine intensive Zeit für alle (inkl. Kinder). Jeder ist jedoch in seiner Aufgabe gewachsen. Vier Tage später konnte FREDRIKA in Barbados anlanden. Nach einer kleinen Odyssee in den Spitälern konnte dann Michel am Abend des 6. Dezember operiert werden.
Die Reise mussten wir unterbrechen und wir waren dann dankbar, in Martinique eine Möglichkeit für einen längeren Marina Aufenthalt zu erhalten. In der Hochsaison ist das nicht selbstverständlich! Wenn alles gut geht, werden wir Mitte Januar Richtung Süden ablegen (ein Skipper übernimmt dann FREDRIKA) und doch noch ein paar schöne Karibikinseln erkunden.