Sightseeing London
London, 18. Mai 2020
Bericht von Michel
Während dem Aufenthalt in Gillingham ist der Gedanke gekommen, London zu besuchen. Erstens war es nicht so weit weg und zweitens, wenn wir schon in England sind ist es doch ein Muss!
Am 18. Mai war’s soweit. Unser Zug hatte eine geplante Abfahrt um 07.27 Uhr, das hiess, wir standen um 0600 Uhr auf um pünktlich anwesend zu sein. Die Tickets hatte ich vorher online bestellt, diese mussten nur am Automaten abgeholt werden. Das klappte dann ohne Probleme.
Auf dem Perron warteten nur wenige Leute auf den Zug. Dieser fuhr pünktlich in den Bahnhof und wir stiegen in den dritten Wagen ein. Der Wagen war zunächst leer und wir hatten ein Viererabteil für uns. Später stiegen noch drei weitere Personen dazu. Die Reise war kurz und wir fanden in der Station Victoria nach etwas Suchen den Einstieg zur U-Bahn Station zur «Tube». Was ist dabei aufgefallen? Nicht alle Eingänge waren geöffnet und es hatte generell viele Mitarbeitende der U-Bahn, welche Bewachungs- und Informationsaufgaben wahrnahmen. Die Tagestickets für die «Tube» zu lösen war relativ einfach, auch der Zugang zu den Perrons gestaltete sich sehr einfach – denn es waren beinahe keine Leute unterwegs.
Unser erster Ausstieg aus dem U-Bahn Netz war bei der Station «London Bridge». Wir liefen Richtung Themse, kauften etwas zu essen und waren dann direkt am berühmten Fluss. Von aussen sahen wir uns das berühmte Kriegsschiff «Belfast» an, welches als Museum agiert (geschlossen). Dann liefen wir weiter der Themse entlang zur «Tower Bridge». Die Tower Bridge war geschlossen. Es ist ein eindrücklicher Bau, welcher die Themse überspannt. Wir wollten danach den «Tower of London» besuchen, hier war jedoch sogar der Zugang gesperrt, so dass Esther nur Bilder aus der Ferne aufnehmen konnte. Der Verkehr auf der Strasse war relativ gering. So entschlossen wir uns einen Doppeldecker Bus für die nächste Lokalität – den Buckinghampalast zu wählen. Zuerst mussten wir die Haltestelle suchen, denn das Busnetz ist schon beachtlich. Die einzigen Passanten unterwegs waren interessanterweise Jogger. Diese in Shorts und teilweise ohne T-shirt bekleideten Leute rannten keuchend und ohne den Blick von ihrem Weg zu nehmen den Gehwegen entlang.
Der Bus traf pünktlich ein, wir stiegen in den menschleeren Raum ein und konnten daher die vorderste Reihe im oberen Stock besetzen. Die Fahrt war interessant und kurzweilig. Unser Ziel war die Haltestelle «Trafalgar Square». Der Bus fuhr nicht ganz so weit wegen einer Baustelle, so liefen wir dann zu Fuss weiter. Vom «Trafalgar Square» aus konnten wir aus der Ferne den «Buckingham Palace» sehen und über die Zugangsstrasse fuhren wenige Autos sowie ein paar Radfahrer. Für die Zeremonie des Wachwechselns («Guard Change») um 1130 Uhr waren wir zu früh dran und somit besuchten wir den «St. James’ Park», welcher dank dem Frühlingswetter wirklich schön anzuschauen war. Nebst Enten mit ihren Jungen, Gänsen, Tauben und Eichhörnchen waren wiederum wenige zweibeinige Lebewesen unterwegs. Nach einer Pause und dem Verzehr von mitgebrachten und gekauften Erfrischungen bzw. Zwischenverpflegung, machten wir uns um 1115 Uhr auf, den Palast zu besuchen. Ein eindrückliches Gebäude, bewacht durch die klassische Wache «Queen’s Guard» mit ihrer roten, schwarzen Kleidung, dem schwarzen Hut (Bärenfellmütze) und dem klassischen Gewehr. Aber noch mehr beeindruckte die lokale Polizei, ausgestattet mit automatischen Gewehren und Kugelwesten. Leider fand heute – wahrscheinlich schon eine Weile nicht mehr – keine Zeremonie statt. Ich selber wollte dann noch warten, bis uns die Queen oder Prinz Charles winken würde, aber die Chance war dann doch gering, dass sie auftreten würden!
Von hier aus gingen wir zu Fuss weiter zur nächsten U-Bahn-Station. Denn wir wollten den berühmten Harry Potter Bahnhof «Kings Cross» besuchen! Auch war es an der Zeit eine Toilette aufzusuchen. Apropos Toilette: London sorgt sich wirklich gut um das Wohl der Touristen. Fast jeder Ort hat ein stilles Örtchen aufzuweisen. Aber…… diese Orte waren allesamt geschlossen! Bevor wir daher eine Gebäudeecke oder einen Busch suchen mussten, fanden wir geöffnete Sanitärräume im Bahnhof bzw. im ehemaligen Bahnhofsgebäude daneben. Vom Harry Potter war nur der Shop zu sehen, wobei dieser natürlich geschlossen war.
Wir wollten weiter zu einem grossen Spielwarengeschäft, welches gemäss Insiderinfo offen sein müsste. Nun – der Leser ahnt es schon - das Geschäft war geschlossen… Die Enttäuschung insbesondere von mir aber auch der Kinder war gross. Dennoch liefen wir dann noch weiter in die berühmte Einkaufsmeile «SOHO» und wurden nebst geschlossenen Geschäften mit einem kunterbunten Strassenbild belohnt. Wirklich schön anzuschauen die bunt gestrichenen alten Gebäude. Kayla fand dann in einem Schaufenster ihr Geburtstagsgeschenk – spezielle Schuhe! Diese haben wir dann später online bestellt und in Gillingham eintreffen. Und ja, auch Melina hatte schon länger etwas im Kopf – etwas aus Glas von Swarovski. Auch dieser Shop war geschlossen, das wussten wir bereits. Daher habe auch ich ihr das gewünschte Geburtstagsgeschenk später online bestellt.
Wieder nahmen wir einen Bus und fuhren Richtung «Westminster». Bei der Busfahrt entdeckten wir die «Horse Guards» in der Nähe der «Downing Street». Wir stiegen dann kurze Zeit später aus und liefen Richtung «Downing Street». Diese war aber extrem von Polizisten mit Maschinengewehren bewacht und die Strasse war gesperrt. Wir liefen etwas weiter und trafen dann auf die «Horse Guard». Wir konnten dann kurze Zeit darauf sogar einen Wachwechsel miterleben. Nun hatten wir ein Luxusproblem. Bereits um 1400 Uhr waren wir mit dem natürlich bescheidenen Programm durch, aber unser Zug fuhr erst um 1837 Uhr zurück nach Gillingham. Somit entschieden wir, in einen Park zu gehen und dort etwas zu chillen. Einfach die Wärme zu geniessen, die Natur zu sehen, zu hören. Im «St. James Park», dieses Mal auf der östlichen Seite, machten wir eine kurze Pause und wollten etwas kleines Essen. Erschreckt wurden wir dann von einem Eichhörnchen, welches so zutraulich war, dass es sogar die Kinder ansprang. Haben wir so noch nie erlebt!! Nein, das Tier hatte keine Tollwut, war weder geistesgestört noch wurde es gezwungen 😉 Es hatte wohl einfach Hunger!
Gut zwei Stunden verbrachten wir hier, konnten – dank einem offenen kleinen Laden im Park - ein Eis geniessen, die Kinder gingen ihrem Geräteturnen mit diversen Akrobatik Vorführungen nach und ich selber schlief ein wenig. Es war dann langsam an der Zeit wieder zur «Victoria Station» zu reisen. Zu Fuss wären es nur 15 Minuten gewesen, aber wir wollten Bus fahren und bis wir die korrekte Busstation fanden, waren wir 30 Minuten unterwegs. Dann wiederum interessante 7 Minuten mit dem Bus durch ein mit Baustellen gespicktes Londoner Strassennetz und wir waren an der gewünschten Station «Victoria».
Der Zug fuhr pünktlich ab und wir kamen gut in Gillingham an. Der Ausflug war auf seine Art besonders. Wir waren sehr zufrieden, diese Tagesreise gemacht zu haben.
Eine Anmerkung zu den Themen Internet, Webshop, Logistik
Es ist für viele Firmen, Behörden, Menschen eine Extremsituation. Wenn wir uns vorstellen würden, es gäbe noch kein Internet mit den Webshops von Firmen, welche via den bestehenden Logistikketten die Bedürfnisse der Menschen erfüllen würden, die Quarantäne und die Restriktionen wären bedeutend schwieriger zu ertragen. Und ob dann alle so ‘gelassen’ wären? Ich weiss es nicht. Ich stelle mir einfach nur schon diese Stadt London mit ihren knapp 9 Millionen Einwohner vor, wenn die benötigten und hergestellten Produkte nicht zu den Menschen gelangen würde. Ich kann mir daher ein weiteres Sterben der Läden gut vorstellen, denn online zu bestellen ist einfach und die meisten Webshops auf mittlerweile sehr gutem Niveau.