Wasserstrassen in den Niederlanden

Nordseekanal, 04. Juni 2020

Bericht von Michel
Bereits in England haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir Richtung Schweden kommen könnten. Die kürzeste Route wäre direkt (3.5 – 4 Tage) oder via Holland, Dänemark, Schweden oder via Holland, Deutschland, Schweden. Leider war zu dieser Zeit Dänemark auch nur für den Transit geschlossen. Somit planten wir die Route Holland, Deutschland, Schweden. Eine jeweils interessante Ergänzung bzw. Alternative ist die «Staande mastroute», d.h. fahren mit dem Segelboot durch holländische Kanäle.

Das Wetter war nicht so berauschend für die Reise von Ijmuiden nach Den Helder. Somit wollten wir zuerst durch den Nordseekanal reisen, dann den Zijkanaal G nehmen, im Alkmaarmeer übernachten und dann weiter nach Den Helder. Der Kanal zweigt westlich von Amsterdam Richtung Norden ab.

Der Start am Morgen war sehr angenehm, trotzdem waren wir etwas angespannt – denn es war nach drei Monaten Pause doch wieder speziell, FREDRIKA zu bewegen. Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir die Schleuse mit dem Zugang zum Nordseekanal. Die Wartezeit war etwas lange (1 gute Stunde), aber anschliessend lief es wie am Schnürchen. Wir trafen dann zeitig im Zijkanaal G vor der ersten Brücke an. Wir riefen den Brückenwart via VHF an. Er fragte uns dann jedoch, wohin wir wollen. Richtung Norden natürlich! Es täte im leid, aber der Kanal Richtung Norden ist wegen einer defekten Brücke (Coenbrug) geschlossen. Es gäbe die Alternative den Zijkanaal D zu nehmen, dieser sei offen. Nach einer kurzen Besprechung drehten wir FREDRIKA und fuhren den Nordseekanal wieder zurück Richtung Abzweiger Zijkanaal D. Nach gut 45 Minuten erreichten wir den Kanal D. Die erste Brücke öffnete nach Anfrage sehr rasch und wir kamen dann fünf Minuten später bei einer Schleuse an. Wiederum anfunken – der Wärter kam dann aus seinem Häuschen und lief zu uns. Er fragte dann in einem wirklich guten Deutsch: «Wie hoch ist der Mast?» - 22 m – «Hmm, ich kann Sie leider nicht mit gutem Wissen reinlassen, denn es gibt eine Hochspannungsleitung, welche 20 m hoch ist und der Zugang ist für Segelboote bis 18m Masthöhe gestattet». Ups – wir waren etwas sprachlos, aber ja doch, darum haben wir uns doch auf den Zijkanaal G fokussiert….Nach etwas längerer neuer Planung entschieden wir uns – und hofften auf Gelingen – den Nordseekanal bis ins Markermeer zu fahren und dann in Uitdam zu übernachten. Der Schleusenwärter klärte noch, ob die Schleuse zum Markermeer in Betrieb ist – ja, alles ok. Dann noch ein Telefonat (es war schon bald 1700 Uhr) in der Marina Uitdam: «(…) ja, in der Marina hat es noch Platz – ah 2 m Tiefgang – hmmm, das ist knapp, aber es sollte am Steg direkt rechts nach dem Eingang klappen».

Die Fahrt den Nordseekanal entlang war interessant und der Übergang von der Industriezone, zu den Aussenbezirken von Amsterdam, dann Mitten durch das extrem befahrene Fahrwasser (mit Fähre von Backbord, eine von Steuerbord ein Frachter, ein kleines Motorboot von vorne, ein Frachter von hinten) und wir mitten drin vor dem Hauptbahnhof bis zur Schleuse war ein richtiges Erlebnis! Der Schleusenkomplex ist wirklich gross und nachdem wir unsere Schleuse gefunden hatten, das Warten von 15 Minuten und die Schleusung war dann richtig kurz, waren wir bereits im Markermeer. Der Wind frischte dann noch auf – es war richtig zugig und die Wassertiefe ist so speziell – zwischen 3 und 3.5 m… Ankern wäre hier kein Problem, es hatte jedoch viele Frachtschiffe und noch mehr alte, braune Segelschiffe – mit zwei, drei Masten. Diese Segelschiffe werden auch «die braune Flotte» genannt. Nach einer weiteren Reise von ca. 2.5 h erreichten wir den geschützten Hafen von Uitdam – es war mittlerweile 2100 Uhr. Und ja, es hatte noch ca 0-5 cm Wasser unter dem Kiel am Steg, oder wir standen schon im Schlamm – kann mich nicht mehr erinnern 😉 Deshalb liebe Reisenden, insbesondere «Böötler»; habt immer mindestens einen Plan B parat 😉

Lemmer, 11. Juni 2020

Bericht von Kayla
Wir trafen in der Marina von Lemmer Crew Walter. Erstmals waren wir schüchtern. Dann kamen wir ins Gespräch mit Caro. Wir fuhren zusammen ein Dinghi, dann durften wir mit einem Schnellboot mitfahren. Wir wurden so nass. Wir mussten uns umziehen. Dann holte Caro etwas heraus. Es war cool. Dann mussten wir Abschied nehmen und am nächsten Tag mussten wir wegfahren.


Vlieland, 14. Juni 2020

Bericht von Melina
Nach dem Mittag fuhren wir mit der Fredrika in die Schleuse von Harlingen. Wir mussten vier Stunden lang bis Vlieland fahren. Es kam Nebel auf. So beschlossen wir über die Nacht in der Marina zu bleiben. Danach gingen wir am Strand spazieren. Wir hatten Spass. Nach dem Strandspaziergang kochte ich schwedische Käsesuppe. Danach sind wir ins Bett gegangen. Es war ein langer Tag.

Esther Leuenberger